EasyUC für Microsoft Teams
Teams-SBC einschalten und Netzangaben festlegen
Den integrierten Session Border Controller einschalten und IP, Ports und Zertifikatsweg festlegen.
In EasyUC: EasyUC Teams → Teams → SBC-Einrichtung
Die Bilder stammen aus der EasyUC-Lab-Umgebung. Namen und Beispielwerte dienen der Orientierung. Eine abweichende Oberflächensprache ist am jeweiligen Bild angegeben.
Wozu dient das
Microsoft Teams Direct Routing verbindet einen Teams-Tenant über einen SIP-Trunk mit einem Session Border Controller (SBC). EasyUC bringt diesen SBC mit. Er läuft auf dem EasyUC-Server, nimmt den Trunk von Microsoft per TLS an und übergibt die Anrufe an die EasyUC-Scripts (ACD, IVR, Vermittlungsplatz). Eine zusätzliche Telefonanlage oder ein fremder SBC ist dafür nicht nötig.
Auf dieser Seite legen Sie fest, was für den SBC als Ganzes gilt: unter welcher öffentlichen Adresse Microsoft ihn erreicht, welche Ports er benutzt und auf welchem Weg EasyUC die Zertifikate bei Let’s Encrypt bestellt. Hostnamen und Zertifikate selbst gehören zum einzelnen Tenant und werden dort eingerichtet.
Die Signalisierung zu Microsoft läuft ausschließlich über TLS mit gegenseitiger Zertifikatsprüfung, die Sprache ausschließlich verschlüsselt als SRTP. Media Bypass wird nicht verwendet. Der SBC nimmt nur Verbindungen aus den Microsoft-Netzen an.
Voraussetzungen
- Lizenzmodul
teams. Ohne dieses Modul erscheint der Workspace EasyUC Teams nicht. - Rolle EasyUC Teams (
ROLE_APP_TEAMS_WORKSPACE) mit den Unterrechten SBC (ROLE_APP_TEAMS_SBC) zum Lesen und SBC bearbeiten (ROLE_APP_TEAMS_SBC_EDIT) zum Ändern. - Eine öffentliche IPv4-Adresse, unter der der EasyUC-Server aus dem Internet erreichbar ist. Hinter einem 1:1-NAT ist das die äußere Adresse.
- Firewall-Freigaben für den TLS-Port und den RTP-Bereich. Die genauen Ports stehen im Kapitel „DNS, öffentliche IP und Firewall für den SBC“.
- Eine E-Mail-Adresse für das Konto bei Let’s Encrypt. An sie gehen die Ablaufwarnungen.
Schritt für Schritt: SBC zum ersten Mal einschalten
Schritt für Schritt: Einstellungen später ändern
Felder und Optionen
| Feld / Aktion | Bedeutung und Verwendung |
|---|---|
| Standard-Domain (optional) | Vorschlag für den Hostnamen neuer Tenants, zum Beispiel sbc.example.com. Jeder Tenant kann einen eigenen Hostnamen in der Domain des Kunden nutzen. |
| Öffentliche IP | Adresse, zu der Microsoft verbindet. Pflicht: Ohne sie startet der SBC nicht. Private und reservierte Bereiche werden abgelehnt. |
| Media-IP | Lokale Adresse für RTP. Hinter einem 1:1-NAT steht hier die interne Adresse des Servers, unter Öffentliche IP die äußere. |
| Erster TLS-Port | Startwert der Portvergabe, Vorgabe 5061. Jeder Tenant bekommt den nächsten freien Port. Die Ports 8021, 9060, 15060 und 15080 sind intern belegt. |
| RTP von / RTP bis | UDP-Bereich für die Sprache, Vorgabe 20000 bis 20999, kleinster Startwert 1024. Der Bereich darf UDP 16384 bis 19999 (CTI-Ports der ACD) und 24000 bis 24999 (Script-Laufzeit für Teams-Anrufe) nicht schneiden. |
| Kontakt-E-Mail | Adresse des Kontos bei Let’s Encrypt. Ohne sie lässt sich kein Zertifikat bestellen. |
| Umgebung | Produktion liefert ein öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat. Staging dient nur zum Ausprobieren; Microsoft nimmt den Trunk damit nicht an. In der Produktion gelten Grenzen von Let’s Encrypt: fünf gleiche Zertifikate je Woche, fünf misslungene Prüfungen je Stunde. |
| Prüfverfahren | DNS-01 weist den Hostnamen über einen TXT-Eintrag nach, Port 80 bleibt geschlossen. HTTP-01 ist auswählbar, diese Fassung fordert Zertifikate aber ausschließlich über DNS-01 an. |
| DNS-Anbieter (optional) | Name des Anbieters für die automatische Erneuerung. Umgesetzt ist cloudflare. Für andere Anbieter bleibt der Weg von Hand. |
| DNS-Zugangsdaten (optional) | Für Cloudflare eine Zeile CF_API_TOKEN=…. Mit Zugangsdaten setzt EasyUC den TXT-Eintrag selbst und erneuert ohne Zutun. Ohne sie zeigt die Tenant-Seite den Eintrag zum Selbsteintragen. |
| Deaktivieren | Schaltet den SBC ab. Die Tenant-Einstellungen bleiben erhalten, die Trunks sind danach offline. Vor der Ausführung kommt eine Rückfrage. |
| Teams-Tenants / Tenants verwalten | Wechselt in die Tenant-Liste. |
Ergebnis prüfen und Fehler eingrenzen
- Erfolg: Im Kopf steht SBC-Dienst mit Versionsnummer und zuletzt gesehen mit einer aktuellen Uhrzeit. Darunter stehen Standard-Domain, Anzahl der Tenants, laufende Anrufe und die öffentliche IP.
- „Der SBC-Dienst hat sich noch nicht gemeldet. Die Einstellungen sind gespeichert und werden übernommen, sobald er läuft.“ Der Dienst läuft nicht oder erreicht die Verwaltung nicht. Prüfen Sie im EasyUC Manager, ob das Teams-Modul eingeschaltet ist und der SBC-Dienst läuft. Ohne Lebenszeichen gilt der Dienst nach 90 Sekunden als offline.
- „Keine öffentliche IP hinterlegt. Ohne sie startet der SBC nicht …“ Tragen Sie die Adresse unter Bearbeiten ein.
- „Die öffentliche IP muss aus dem Internet erreichbar sein; … liegt in einem privaten oder reservierten Bereich.“ Sie haben die interne Adresse eingetragen. Die äußere Adresse gehört in Öffentliche IP, die interne in Media-IP.
- „Der RTP-Bereich … überschneidet sich mit …“ oder „Der RTP-Bereich … enthält Port …“ Wählen Sie einen Bereich außerhalb der genannten Ports, üblich ist 20000 bis 20999.
- „Für Let’s Encrypt wird eine gültige E-Mail-Adresse benötigt.“ Korrigieren Sie die Kontakt-E-Mail.
- „Zertifikate aus der Staging-Umgebung sind NICHT öffentlich vertrauenswürdig. Microsoft nimmt den Trunk damit nicht an.“ Stellen Sie Umgebung auf Produktion und fordern Sie die Zertifikate der Tenants neu an.
- Ein laufender SBC-Dienst sagt noch nichts über einen einzelnen Trunk. Zertifikat, Trunk und OPTIONS prüfen Sie je Tenant.