Diagnose & Überwachung
Anrufanalyse: alle Anrufe eines Zeitraums ziehen
Anrufe eines Zeitraums aus CDR und CUCM-Traces als gespeicherten Lauf sammeln.
In EasyUC: EasyUC Cisco → Logs → Anrufanalyse
Wozu dient das
Die Anrufanalyse zieht alle Anrufe eines Zeitraums einer CUCM-Verbindung und zeigt sie als Liste. Sie brauchen sie, wenn Sie den betroffenen Anruf noch nicht kennen: „Zwischen 10:00 und 10:30 gingen Anrufe nicht durch“. Die Anrufdiagnose dagegen untersucht einen einzelnen, bereits bekannten Anruf.
Ein solcher Abruf heißt Lauf. Er kombiniert zwei Quellen. Die CDR liefern die vollständige Liste beendeter Anrufe mit Zeiten, Nummern, Geräten und Ursachen. Die SDL-Traces der CallManager-Knoten liefern die SIP-Nachrichten und damit den Call Flow, auch für Anrufe, die nicht zustande kamen oder noch laufen. Fehlt eine Quelle, entsteht die Liste aus der anderen, mit einem Hinweis am Lauf.
Der Lauf arbeitet im Hintergrund und bleibt danach 7 Tage gespeichert. Sie können das Ergebnis in dieser Zeit beliebig oft öffnen, ohne den CUCM erneut abzufragen. Ohne die Quelle Traces wird der CUCM gar nicht angesprochen.
Voraussetzungen
- Lizenzmodul
cucm. Die Funktion ist auf dem Stand des Laborsystems beschrieben (Menüpunkt Logs → Anrufanalyse). - Rolle
ROLE_APP_CALL_DIAGNOSTICSmit SeitenrolleROLE_APP_VIEW_CALL_DIAGNOSTICS_PAGE. Nur-Lese-Konten dürfen gespeicherte Läufe ansehen und exportieren, aber keine Läufe starten, abbrechen oder löschen. - Das Konto ist nicht auf Standorte beschränkt. Die Analyse zeigt alle Anrufe des Clusters und ist für standortbeschränkte Konten gesperrt.
- Für die Liste beendeter Anrufe: Der CDR-Import der CUCM-Verbindung ist eingeschaltet.
- Für Call Flows: Am CUCM ist für Cisco CallManager die Trace-Stufe Detailed mit Enable SIP Call Processing Trace eingestellt.
- Für Call Flows: Der AXL-Benutzer der Verbindung hat die CUCM-Rollen Standard CCM Admin Users und Standard RealtimeAndTraceCollection.
- Auf dem EasyUC-Server sind mindestens 256 MiB Speicherplatz für den Lauf frei.
Schritt für Schritt: Anrufe ziehen
Schritt für Schritt: Lauf abbrechen, wieder öffnen oder löschen
Felder und Optionen
| Feld / Aktion | Bedeutung und Verwendung |
|---|---|
| Zeitraum | Mit der Quelle Traces 60 Sekunden bis 60 Minuten. Nur mit CDR bis 24 Stunden, dann ohne Call Flow. Das Ende darf nicht in der Zukunft liegen. |
| CDR (beendete Anrufe) | Liest die importierten CDR der Verbindung. Sie erscheinen erst nach dem CDR-Intervall des CUCM und dem Import. Abgebrochene Versuche ohne Verbindung schreibt der CUCM meist nicht. |
| Call Flows aus CUCM-Traces (SIP) | Liest die SDL-Traces aller CallManager-Knoten. Liefert nur SIP-Geräte und SIP-Trunks. Die Traces werden am CUCM nach einigen Stunden überschrieben. |
| Rufnummer | Filter des Laufs. Nur Ziffern, +, * und #, 2 bis 32 Zeichen. |
| Gerätename | Filter des Laufs. 3 bis 64 Zeichen: Buchstaben, Ziffern, Unterstrich, Punkt, Bindestrich. |
| Gespeicherte Läufe: Zeitraum | Von und Bis des Laufs, darunter gegebenenfalls die Filter. |
| Gestartet / Von | Startzeit des Laufs und Konto, das ihn gestartet hat. |
| Status | Wartet, Läuft (mit Prozentwert), Fertig, Unvollständig, Fehlgeschlagen oder Abgebrochen. |
| Anrufe / Mit Call Flow | Zahl der gefundenen Anrufe und wie viele davon einen Call Flow haben. |
| Größe / Läuft ab | Speicherbedarf des Laufs und Zeitpunkt, zu dem er gelöscht wird. |
| Aufbewahrung | Läufe werden nach 7 Tagen gelöscht. Je Verbindung bleiben höchstens 20 Läufe. |
| Grenzen je Anruf | Höchstens 40 Dialoge, 800 SIP-Nachrichten und 50 CDR-Zeilen je Anruf. |
| Speicher für alle Läufe | Alle gespeicherten Läufe zusammen belegen höchstens 384 MiB. Ältere Läufe werden dafür entfernt. |
| Trace-Cache | Bereits geladene Trace-Dateien bleiben 6 Stunden auf dem EasyUC-Server und werden von Anrufanalyse und Anrufdiagnose gemeinsam genutzt. Ein zweiter Lauf über denselben Zeitraum ist dadurch schneller. |
| Liste als CSV | Export der Anrufliste eines Laufs mit den gesetzten Filtern. UTF-8, Trennzeichen Semikolon. Zellen, die mit =, @, + oder - beginnen und keine Rufnummer sind, werden gegen die Auswertung als Formel geschützt. |
| Protokollierung | Starten, Abbrechen, Löschen und Exportieren eines Laufs stehen im Änderungsprotokoll von EasyUC. |
So lesen Sie die Seite eines Laufs
| Feld / Aktion | Bedeutung und Verwendung |
|---|---|
| Kopfzeile | Zeitraum, Status und die Zusammenfassung „… Anrufe, davon … mit Call Flow“. Darunter die Zählwerte: CDR-Zeilen, entfernte Dubletten, SIP-Nachrichten, Dialoge und Laufzeit. |
| Hinweise | Gelbe Hinweise nennen, was dem Ergebnis fehlt. Beispiele: „CDR liegen erst bis … vor. Jüngere Anrufe stammen nur aus den Traces; später erneut ziehen.“ oder „Call Flows wurden nur für … – … gelesen.“ |
| Gelesene Knoten | Je CallManager-Knoten: Status (Gelesen, Fehler, Keine Trace-Dateien), Zeitzone, Zahl der Dateien und SIP-Nachrichten und der gelesene Zeitbereich. |
| Status Unvollständig | Eine Schutzgrenze hat gegriffen. Der Lauf endet mit dem, was er hat, und nennt den Grund als Hinweis. Verkleinern Sie den Zeitraum oder filtern Sie. |
| Leere Liste | Ein ruhiger Zeitraum ohne Anruf ist ein gültiges Ergebnis: „In diesem Zeitraum wurden keine Anrufe gefunden.“ |
Ergebnis prüfen und Fehler eingrenzen
- Erfolg erkennen Sie am Status Fertig und daran, dass die Zahl unter Mit Call Flow der Zahl der SIP-Anrufe im Zeitraum entspricht.
- „Für diese Verbindung läuft bereits ein Lauf.“: Je Verbindung läuft ein Lauf zur selben Zeit. Über Zum laufenden Lauf öffnen Sie ihn.
- „Es warten bereits mehrere Läufe. Bitte später erneut versuchen.“: Insgesamt sind höchstens drei Läufe gleichzeitig aktiv.
- „Der Lauf wartet. Läuft gerade eine andere Diagnose, beginnt er danach.“: Trace-Sammlungen laufen nacheinander, auch gegenüber der Anrufdiagnose.
- „Der Zeitraum darf höchstens … Minuten lang sein.“ oder „Der Zeitraum muss mindestens … Sekunden lang sein.“: Zeitraum anpassen oder die Quelle Traces abwählen.
- „Die Anrufanalyse zeigt alle Anrufe des Clusters und ist für auf Standorte beschränkte Konten gesperrt.“: Ein Konto ohne Standortbeschränkung verwenden.
- „Auf dem Server ist nicht genug Speicherplatz für einen Lauf frei.“: Alte Läufe löschen und die Speicherverwaltung prüfen.
- „Die Traces enthalten keine SIP-Nachrichten. Trace-Stufe „Detailed“ mit „Enable SIP Call Processing Trace“ einstellen.“: Trace-Einstellung am CUCM korrigieren.
- „Knoten … konnte nicht gelesen werden (Rolle fehlt)“: CUCM-Rollen des AXL-Benutzers ergänzen. Bei „TLS-Fehler“ oder „nicht erreichbar“ Zertifikat und Netzwerkweg zum Knoten prüfen.
- „Für diese Verbindung ist der CDR-Import aus. Die Liste stammt nur aus den Traces.“: CDR-Import an der CUCM-Verbindung einrichten, wenn Sie beendete Anrufe vollständig sehen wollen.
- Fehlgeschlagene Läufe nennen den Grund, zum Beispiel „Der Worker hat sich nicht mehr gemeldet.“ oder „Der Lauf wurde nicht rechtzeitig gestartet.“ Prüfen Sie dann die Hintergrunddienste.
- Schutzgrenzen je Lauf: 40 Trace-Dateien je Knoten und 120 insgesamt, 40.000 SIP-Nachrichten, 20.000 CDR-Zeilen, 10.000 Anrufe, 10 Minuten Lesezeit für Traces und 15 Minuten Gesamtlaufzeit.
- „Der Zeitraum liegt … Stunden zurück; die Traces können am CUCM schon überschrieben sein.“: Der Lauf versucht es trotzdem. Fehlen die Call Flows, bleibt die Liste aus den CDR.
- „Mehr als … CDR im Zeitraum; der Rest fehlt. Zeitraum verkleinern.“ und „Mehr als … Anrufe im Zeitraum; die Liste ist abgeschnitten. Zeitraum verkleinern oder filtern.“: Schutzgrenze erreicht.
- „Mehr als … SIP-Nachrichten im Zeitraum; spätere fehlen. Zeitraum verkleinern.“, „Das Lesen der Traces endete nach … Sekunden.“ und „Die Speichergrenze des Workers wurde erreicht; spätere SIP-Nachrichten fehlen.“: Auf einem belebten Cluster reicht die Grenze nicht für 60 Minuten. Der Hinweis „Call Flows wurden nur für … – … gelesen.“ nennt den abgedeckten Bereich.
- „… Anrufe begannen vor dem Zeitraum und sind nicht aufgeführt.“: Ein Anruf gehört zum Lauf, wenn er im Zeitraum begonnen hat. Zeitraum früher beginnen lassen.
- „Die Geräte konnten nicht zugeordnet werden; der Call Flow zeigt Adressen.“: Die Spuren tragen dann IP-Adressen statt Gerätenamen. Der Ablauf selbst ist vollständig.
- „Filter des Laufs: … Anrufe behalten, … verworfen.“: Bestätigt die Wirkung der Filter Rufnummer und Gerätename.
- Weitere Gründe fehlgeschlagener Läufe: „Die CUCM-Verbindung ist nicht verfügbar.“, „Das Ergebnis konnte nicht gespeichert werden.“, „Der Lauf konnte nicht an den Worker übergeben werden.“ und „Interner Fehler. Einzelheiten stehen im Log der Worker.“
- Ein Lauf ohne Lebenszeichen gilt nach 5 Minuten als fehlgeschlagen, ein wartender Lauf nach 60 Minuten.