EasyUC
4.8.7

Diagnose & Überwachung

Anrufanalyse: Anrufliste, Details und Call Flow lesen

Die Anrufe eines Laufs filtern, einen Anruf öffnen und Ursache, Call Flow und Qualität auswerten.

EasyUC · Version 4.8.7

In EasyUC: EasyUC Cisco → Logs → Anrufanalyse → Lauf → Anruf

Wozu dient das

Nach einem Lauf der Anrufanalyse steht die Anrufliste des Zeitraums bereit. Dieses Kapitel beschreibt, wie Sie darin den auffälligen Anruf finden und was die Detailseite eines Anrufs zeigt: Überblick mit erklärten Ursachen, Call Flow, Medien und Qualität, beteiligte Geräte und Rohdaten.

Liegen zu einem Anruf CDR und SIP vor, gelten für Ergebnis, Nummern, Zeiten und Dauer die CDR. Die SIP-Nachrichten liefern Call Flow, SIP-Status, Qualitätswerte, Knoten und Gerätenamen. Die Detailseite nennt immer, worüber CDR und SIP einander zugeordnet wurden.

Voraussetzungen

  • Ein abgeschlossener Lauf der Anrufanalyse mit Status Fertig oder Unvollständig.
  • Rolle ROLE_APP_CALL_DIAGNOSTICS. Ansehen und Exportieren ist auch mit einem Nur-Lese-Konto möglich.
  • Für CUBE-Nachrichten im Call Flow: Leserecht auf die CUBEs. Diese Daten werden nicht im Lauf gespeichert, sondern beim Öffnen des Call Flows frisch aus der CUBE-Aufzeichnung ergänzt.
  • Beschrieben ist der Stand des Laborsystems.

Schritt für Schritt: Einen Anruf in der Liste finden

  1. Öffnen Sie Logs → Anrufanalyse und klicken Sie unter Gespeicherte Läufe auf den Lauf.
  2. Tragen Sie in das Suchfeld Nummer, Gerät, Benutzer oder Call-ID suchen einen bekannten Wert ein.
  3. Grenzen Sie über die Schaltflächen unter Ergebnis ein, zum Beispiel Fehlgeschlagen, Besetzt oder Nicht angenommen.
  4. Nutzen Sie bei Bedarf Merkmale (zum Beispiel Weiterleitung, Trunk / Gateway), Quelle, Qualität und Call Flow (Mit Call Flow / Ohne Call Flow).
  5. Sortieren Sie mit einem Klick auf die Spaltenköpfe Beginn, Anrufer, Erreicht, Dauer oder Ergebnis.
  6. Klicken Sie auf die Zeile des Anrufs, um die Detailseite zu öffnen.
  7. Mit Filter zurücksetzen heben Sie alle Filter wieder auf.

Schritt für Schritt: Einen Anruf auswerten

  1. Lesen Sie im Reiter Überblick Ergebnis, Ursachen, Zeiten und die Umleitungskette.
  2. Wechseln Sie in den Reiter Call Flow. Das Diagramm ist dasselbe wie in der Anrufdiagnose: Spuren je Gegenstelle, Pfeile je SIP-Nachricht, Klick auf einen Pfeil für die Nachricht.
  3. Fehlt der Call Flow, lesen Sie den angegebenen Grund. Klicken Sie auf Einzeldiagnose starten, um für genau diesen Anruf eine Anrufdiagnose anzulegen.
  4. Prüfen Sie im Reiter Medien / Qualität Codec, Medienadresse, Verschlüsselung und die RTP-Statistik der Endgeräte.
  5. Öffnen Sie im Reiter Geräte über Gerät öffnen oder Benutzer öffnen das beteiligte Telefon bzw. den Benutzer in EasyUC.
  6. Im Reiter Rohdaten finden Sie die CDR-Felder und die SIP-Nachrichten im Original. Mit Feld oder Wert filtern suchen Sie ein bestimmtes CDR-Feld.
  7. Klicken Sie auf Export und wählen Sie Alles (JSON), SIP-Nachrichten (Text), Call Flow (JSON) oder CDR (CSV).
  8. Mit Zurück zur Anrufliste kehren Sie zum Lauf zurück. Die ganze Liste exportieren Sie dort mit Liste als CSV.

Felder und Optionen

Felder und Optionen
Feld / AktionBedeutung und Verwendung
BeginnZeitpunkt, zu dem der Anruf begann. Ein Anruf gehört zum Lauf, wenn er im Zeitraum begonnen hat.
AnruferAnrufende Nummer.
Gewählt / ErreichtUrsprünglich gewählte Nummer und die Nummer, bei der der Anruf am Ende ankam. Unterscheiden sie sich, wurde umgeleitet.
DauerGesprächsdauer.
ErgebnisAngenommen, Vom Anrufer abgebrochen, Besetzt, Nicht angenommen, Abgewiesen, Nicht erreichbar, Fehlgeschlagen, Läuft noch (nur aus SIP) oder Unbekannt.
Geräte / TrunksBeteiligte Telefone, Softphones, Trunks und Gateways.
KnotenCallManager-Knoten, über die der Anruf lief.
MerkmaleWeiterleitung, Transfer, Konferenz, Sammelanschluss, Warteschlange, Trunk / Gateway, Verschlüsselt, Video.
QualitätGut, Mittel, Schlecht oder Keine Daten. Grundlage ist die schlechteste Empfangsstatistik: MOS ab 4,0 gut, ab 3,6 mittel; ohne MOS Paketverlust unter 1 % und Jitter unter 30 ms gut, unter 3 % und unter 60 ms mittel.
Call FlowCall Flow vorhanden, Call Flow unvollständig oder Kein Call Flow.
QuelleCDR und SIP, Nur CDR oder Nur SIP.
Je Seite25, 50 oder 100 Anrufe.
Ergebnis: HerkunftMit CDR entscheidet die CDR: Ein Verbindungszeitpunkt bedeutet Angenommen, sonst zählt die Ursache. Ohne CDR entscheidet die letzte SIP-Antwort. Die genaue Zuordnung steht im Kapitel zu den Ursachencodes.
Merkmale: HerkunftAus den Umleitungsgründen und weiteren Feldern der CDR sowie aus den SIP-Nachrichten: Header Diversion für Weiterleitung, REFER und Replaces für Transfer, die SDP für Video und Verschlüsselung.
Liste als CSVExportiert die Liste mit den gesetzten Filtern. Die Zeiten stehen in UTC.

So lesen Sie die Detailseite

So lesen Sie die Detailseite
Feld / AktionBedeutung und Verwendung
Überblick: Beginn, Angenommen, EndeZeitpunkte des Anrufs, dazu Klingeldauer und Gesprächsdauer.
Ergebnis und Beendet durchAusgang des Anrufs und die Seite, die aufgelegt hat.
UrsachenUrsachenwerte von Anruferseite und Zielseite als Text. Der Text nennt die Q.850-Ursache, gegebenenfalls den SIP-Status und immer den Rohwert. Unbekannte Werte bleiben als „Code n“ sichtbar.
UmleitungsketteStationen von Gewählt über Zwischenziel und Zuletzt umgeleitet von bis Erreicht. Die CDR kennt nur die erste und die letzte Umleitung.
Sammelanschluss / Wartezeit in der WarteschlangeHunt Pilot und Wartezeit, wenn der Anruf über einen Sammelanschluss mit Warteschlange lief.
Zugeordnet überSession-ID, Leg-Kennung des CUCM, Cisco-Guid oder Zeit und Rufnummern. Die letzte Art ist die unsicherste; die Seite weist eigens darauf hin.
Teilstrecken (CDR-Zeilen)Die einzelnen CDR-Zeilen des Anrufs, zum Beispiel bei Transfer oder Konferenz.
Medien / Qualität: MedienströmeJe Seite Codec, Bandbreite, Medienadresse, DTMF-Verfahren, Video und Verschlüsselung aus den CDR.
RTP-Statistik der EndgeräteJe meldendem Gerät und Richtung (Empfang, Senden): Pakete, Verlust, Jitter und MOS. Die Werte stammen aus den SIP-Nachrichten der Endgeräte beim Gesprächsende. MOS steht nur da, wenn das Endgerät ihn sendet.
Geräte: RolleAnrufer, Ziel oder Im Call Flow, dazu Name, Art, IP-Adresse, Modell, Beschreibung und Benutzer.
RohdatenZugangsdaten, Schlüssel und Tasteneingaben sind geschwärzt.
Überblick: Benutzer, Kennungen, PartitionenBenutzer der beteiligten Geräte, die Kennungen des Anrufs (Call-IDs, Session-ID, Leg-Kennungen) und die Partitionen der Nummern.
Call Flow: Mit Nachrichten der CUBE-AufzeichnungNennt die CUBEs, deren Nachrichten in den Ablauf eingemischt sind. Sie werden bei jedem Öffnen frisch gelesen und nicht im Lauf gespeichert.
Medien: DTMFKeine Vorgabe (beliebige Methode), Out-of-band, RFC 2833, Out-of-band und RFC 2833 oder Unbekannt. „Keine Vorgabe“ ist der Normalfall zwischen Telefonen und heißt nicht, dass keine Tasten übertragen wurden.
Medien: VerschlüsselungNicht gesichert, Authentifiziert oder Verschlüsselt.
Medien: BewertungGesamtnote des Anrufs nach der schlechtesten gemeldeten Empfangsrichtung.
Geräte: ArtIP-Telefon, Jabber / Webex, Webex App, Analog-Port, Trunk, Gateway / CUBE, Expressway, Anderer CUCM-Cluster, Voicemail, Medienressource, CUCM-Knoten oder Unbekannt.
Export: Alles (JSON)Alle Daten des Anrufs: Überblick, Ursachen, Medien, Geräte, CDR-Felder und SIP-Nachrichten.
Export: SIP-Nachrichten (Text) / Call Flow (JSON) / CDR (CSV)Die SIP-Nachrichten als Text, das Diagramm-Modell mit Spuren und Pfeilen oder die CDR-Zeilen des Anrufs.
Geschwärzte InhalteVor dem Speichern entfernt: die Header Authorization und Proxy-Authorization, SRTP-Schlüssel in der SDP, über KPML oder INFO gesendete Tasteneingaben, das Kennwort in einer SIP-Adresse und der Berechtigungscode in den CDR.

Ergebnis prüfen und Fehler eingrenzen

  • Ein Anruf ist schlüssig ausgewertet, wenn Ergebnis, Ursache und letzter Antwortcode im Call Flow zusammenpassen, zum Beispiel Besetzt und 486 Busy Here.
  • „Zu diesem Anruf gibt es keine CDR: nicht zustande gekommen, noch aktiv, noch nicht importiert oder CDR-Import aus.“: Der Anruf stammt nur aus den Traces. Ziehen Sie den Zeitraum später erneut, wenn die CDR nachgekommen sind.
  • „In den Traces wurde zu diesem Anruf kein SIP gefunden (kein SIP-Gerät, Trace-Stufe oder Traces überschrieben).“: Bei SCCP- oder Analoggeräten gibt es keinen Call Flow. Sonst Trace-Stufe prüfen.
  • „Der Anruf liegt außerhalb des gelesenen Trace-Bereichs.“: Der Lauf hat die Traces nicht für den ganzen Zeitraum gelesen. Kleineren Zeitraum ziehen.
  • „Der Call Flow ist unvollständig: der Anruf lief am Ende des gelesenen Bereichs noch oder ein Knoten fehlt.“: Lauf nach Gesprächsende wiederholen oder die Tabelle Gelesene Knoten prüfen.
  • „CDR und SIP wurden nur über Zeit und Rufnummern zugeordnet.“: Bei mehreren gleichzeitigen Anrufen derselben Nummern die Zuordnung anhand der Uhrzeiten gegenprüfen.
  • „Die Endgeräte haben keine RTP-Statistik gemeldet.“: Die Qualität lautet dann Keine Daten. Das ist kein Fehler des Anrufs.
  • Der Hinweis zu CMR-Daten im Reiter Medien / Qualität besagt, dass keine CMR des CUCM ausgewertet werden. Die Qualitätswerte stammen ausschließlich aus den SIP-Nachrichten der Endgeräte.
  • „Diesen Anruf gibt es nicht mehr.“ oder „Diesen Lauf gibt es nicht mehr (gelöscht oder abgelaufen).“: Der Lauf ist älter als 7 Tage oder wurde gelöscht. Zeitraum neu ziehen, solange die Traces am CUCM noch vorhanden sind.
  • „Der Lauf hat keine Traces gelesen.“: Der Lauf wurde nur mit der Quelle CDR gestartet. Zeitraum mit der Quelle Traces erneut ziehen oder Einzeldiagnose starten.
  • „Der Call Flow wurde auf … Nachrichten begrenzt.“: Der Anruf hat mehr als 800 SIP-Nachrichten. Der Anfang ist vollständig.
  • „Die gespeicherten Rohdaten dieses Anrufs sind nicht lesbar.“: Die Spalten der Liste bleiben sichtbar, Call Flow und Rohdaten fehlen. Zeitraum erneut ziehen.
  • „Für diesen Anruf gibt es keinen Call Flow.“ oder „Der Call Flow konnte nicht geladen werden.“: Im ersten Fall liegt kein SIP vor, im zweiten ist der Server nicht erreichbar. Seite neu laden.
  • „Dafür fehlt die Berechtigung.“: Dem Konto fehlt ROLE_APP_CALL_DIAGNOSTICS, oder es ist ein Nur-Lese-Konto und die Aktion würde etwas ändern.

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